Todesdrohungen Islamkritiker auf der Flucht vor Extremisten

Im Internet kursiert ein antiislamisches Hassvideo. Ein juges Paar pöbelt auf unterstem Niveau gegen Muslime. Islamische Extremisten verbreiten jedoch, das Video stamme von zwei anderen Menschen: vom islamkritischen Publizisten Udo Ulfkotte und seiner Frau. Jetzt ist das Ehepaar auf der Flucht und fürchtet um sein Leben.

Hunderte weiterer Mordaufrufe folgten. “Doris, du misgeburt bist schon tot und dein schwuchtelhans auch.” Im Netz tauchen Fotos und Filme von Wohnung und Klingelschild auf. Es gebe auch Ketten-SMS, mit denen Islamisten in Deutschland derartige Mordaufrufe weiterschicken, sagt Ulfkotte.

Die Polizei nimmt die Sache ernst. Den Ulfkottes wird Personenschutz angeboten. Sie ziehen es vor, die Wohnung zu verlassen und bei Freunden, Verwandten und Bekannten unterzutauchen. Eine Nacht hier, die nächste dort. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Mordaufrufe. Aus Sicherheitsgründen wird die Adresse der Ulfkottes nicht einmal in den Akten genannt.

Die Warnung vor dem Islam ist das große Thema des Ehepaars. Udo Ulfkotte lebte lange Zeit in islamischen Staaten. Der 48-Jährige war von 1986 bis 2001 außenpolitischer Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, danach schrieb er kurz für Axel Springer und arbeitete anschließend für Gruner + Jahr. Der Jurist und Politikwissenschaftler hat ein Buch geschrieben über den “Krieg in unseren Städten”, in dem er die Islamisierung der Gesellschaft als größte Gefahr Deutschlands und Europas bezeichnet. Muslimische Verbände haben ihm Falschdarstellungen vorgeworfen und gegen ihn geklagt. Zur Bürgerschaftswahl in Hamburg wollte er mit einer Partei antreten, die die Gefahr des Islamismus ins Zentrum ihrer Botschaften stellen wollte. Ulfkotte, der vom Journalisten zum Missionar wurde, gründete den Verein “Pax Europa”, um die “christlich-jüdische Tradition” des Kontinents zu verteidigen.

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