Zwei Leichen gegen fünf Verbrecher - Tagespiegel bringt es auf den Punkt!

…Kein Wunder, dass die Hisbollah den Deal als glatten Sieg feiert. Wer in erster Linie in den Maßstäben orientalischer Basarmentalität denkt, kann eben nicht anders. Und wiegen die Jubelschreie der Islamisten nicht tatsächlich schwerer als die Tränen der Israelis? Nein, denn Israel hat heute einmal mehr den Unterschied zwischen Humanität und Barbarei demonstriert. Hier eine Gesellschaft, die bis an die Grenze des Erträglichen und Zumutbaren für jedes ihrer Glieder kämpft. Die zwei Leichname ihrer eigenen Bürger sind ihr wichtiger als Sühne und Gewaltprävention. Darin ist eine Botschaft nach Innen enthalten: Keiner von euch wird jemals im Stich gelassen, ob tot oder lebendig. Der Staat ist für euch da - und nicht nur ihr für ihn. Selbst das Prinzip, sich nicht erpressen zu lassen, wird dieser Maxime untergeordnet. Kein Terroranschlag hat mehr Wucht, als einem diese grandiose Ethik an Respekt abverlangt.

Und dort die Terroristen, die sich hinter der eigenen Zivilbevölkerung verstecken, Unschuldige in den Tod reißen und sich dafür als Märtyrer feiern lassen, auf die siebzig Jungfrauen warten. All die Freudengesänge, die heute auf Samir Kantar angestimmt werden, hallen auch in unseren Herzen, Seelen und Köpfen nach - als ein Beitrag zur Klarheit, auf wessen Seite wir stehen. Zwei Leichen gegen fünf Verbrecher, eine Moral gegen eine Amoral, die Humanität gegen die Barbarei….
Tagesspiegel

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