Im Iran und in der arabischen Welt haben antisemitische Klischees und die Leugnung des Holocaust Hochkonjunktur. In Wort und Bild wird der „zionistische Feind“ diffamiert. Eine Reise durch Gedankenwelten.
Der Geschichtsrevisionismus sei „die Atomwaffe der Armen“, verkündete Robert Faurisson im arabischen Fernsehsender Al Dschasira. Vor einem Millionen-Publikum nutzte der französische Holocaust-Leugner bereits im Mai 2001 die Gelegenheit, seine Solidarität mit dem arabisch-islamischen „Kampf um Palästina“ kundzutun. „Wenn Sie Palästina verteidigen wollen, so können Sie dies nicht mit Gewehren und Bomben erreichen. Verteidigen können Sie Palästina, indem Sie die Wahrheit über die größte Lüge des 20. und 21.Jahrhunderts verkünden, über die Lüge des Holocaust“, erklärte Faurisson den Zuschauern.
Wenige Wochen zuvor war ihm diese Chance noch versagt worden. Internationaler Druck hatte die libanesische Regierung im Frühjahr 2001 bewogen, eine vom rechtsextremen Institute for Historical Review angekündigte Konferenz zum Thema „Revisionismus und Zionismus“ in Beirut kurzfristig zu verbieten. Zu den eingeladenen Referenten zählten neben Faurisson auch der deutsche Neonazi Horst Mahler und der französische Geschichtsrevisionist Roger Garaudy. Alle drei sind wegen ihrer Publikationen einschlägig vorbestraft. Schnell kursierten Gerüchte, die Konferenz würde auf libanesischer Seite von der schiitisch-islamistischen Organisation Hisbollah und von deren Schutzmacht, der Islamischen Republik Iran, unterstützt.
Schon damals galt der Iran als Förderer einer internationalen Gemeinde von Holocaustleugnern, in der sich Vertreter unterschiedlicher politischer Couleur tummeln. Eine direkte Beteiligung an der Konzeption und Organisation der Beirut-Konferenz konnte aber weder der Hisbollah noch dem Iran nachgewiesen werden.
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