Böses Israel

Selten genug wird darüber berichtet, dass seit dem 1. Januar 2008 etwa 1500 Raketen von Gaza auf israelisches Staatsterritorium gegen unschuldige Zivilisten gefeuert wurden – alleine 685 davon auf die Stadt Sderot. Weil dabei dieses Jahr bisher nur ein Israeli getötet wurde, ist das für die meisten Medien zu wenig interessant. Kommt dazu, was Richard C. Schneider, ARD-Chefkorrespondent mit Sitz in Tel Aviv, zu bedenken gibt: «Der psychologische Terror, dem die Israeli ausgesetzt sind, lässt sich optisch schwierig einfangen. Kein Mensch in Westeuropa kann sich hingegen vorstellen, was es heisst, tagtäglich damit zu rechnen, von einer Rakete getroffen zu werden.» Die fetten Schlagzeilen entstehen dann, wenn das israelische Militär gegen den Raketenbeschuss vorgeht, während der Tod Dutzender Palästinenser durch die libanesische Armee weit weniger stark gewichtet wird.
2005 sind die Israeli aus Gaza abgezogen. Der Durchschnittsschweizer glaubt an sein Fernurteil, dass es längst an der Zeit war, den Palästinensern ihr Land zurückzugeben. Zurückgeben? Der Gazastreifen ist durch eine ägyptische Eroberung entstanden und wurde von 1948 bis 1967 von den Ägyptern besetzt. Judäa und Samaria – das Westjordanland – gehörten bis 1967 zu Jordanien, genauso wie Ostjerusalem. Der Begriff vom palästinensischen Volk ist erst in den Sechzigerjahren entstanden.

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Eine Antwort zu “Böses Israel”

  1. alpha_bln sagt:

    Sehr guter Artikel, leider kommt Israel ja auch hier in Deutschland in der Berichterstattung fast immer ähnlich schlecht weg.

    Es widert mich schon an, wie sich in der Folge die Vorurteile und der versteckte Antisemitismus derart verfestigt haben. Gerade jetzt zum 60. Jahrestag der Gründung Israels habe ich mich mit einigen Freunden und Kollegen fast zerstritten, doch das ist es mir wert. Habe mir den Artikel übrigens abgespeichert und ausgedruckt, es steht vieles drin was mir bisher auch so nicht bekannt war, z.B. den Gazasreifen betreffend.

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