Sind an den Katastrophen immer nur die anderen schuld?
Mai 17, 2008Wenn al Rawi behauptet: “Keiner redet von dem Existenzrecht des palästinensischen Staates”.
dann leidet er entweder unter Realitätsverlust oder versucht als demagogischer Zyniker die Realität zu vernebeln, denn bereits 1937 schlug die britische Peel-Kommission die Teilung Palästinas in einen großen arabischen und einen winzig kleinen jüdischen Staat rund um Tel Aviv vor.
Die palästinensische Führung unter Mufti Hadj Amin al Husseini lehnte ab. Seit 1936 befanden sich die Araber Palästinas (damals nannte man die Juden Palästinenser und kein Araber hätte sich so genannt) im Aufstand, der aber vom Mufti zum Abrechnen mit seinen Gegnern im eigenen Volk benützt wurde. Durch die katastrophale Politik der palästinensischen Führung schwächten diese bis 1939 dauernden Unruhen nur die Araber.
Am 29. November 1947 beschloss die Generalversammlung der UNO die Teilung des Landes und die Schaffung eines arabischen Staates in Palästina. Die palästinensische Führung und alle arabischen Staaten lehnten ab. Sie begannen sofort mit Attacken auf die jüdische Gemeinschaft. Doch die Führung der über einer Million Araber im Land und der arabischen Staaten konnten sich nicht auf einen koordinierten Kampf gegen die palästinensischen Juden einigen.
Seither gab es zahllose internationale Initiativen zur Unterstützung der Palästinenser. Seit 1993 (Oslo) hat der Staat Israel offiziell das Existenzrecht eines palästinensischen Staates anerkannt und es gab viele Initiativen, um einen solchen Staat zu ermöglichen. Doch bis heute waren die Palästinenser nicht gewillt und/oder nicht fähig, staatliche Strukturen zu schaffen und das Gewaltmonopol durchzusetzen, was Grundbedingungen für die Errichtung eines Staates sind.
Omar al Rawi: “Allein die illegalen Siedlungen zerfransen das Gebiet und lassen es wie einen Fleckerlteppich aussehen, wirtschaftlich und politisch nicht überlebensfähig. Eine Politik der vollendeten Tatsachen”.
Yasser Arafat wurde im Camp David, durch Vermittlung von Präsident Clinton, 95% des Gebietes angeboten und für die restlichen 5% ein Gebietsaustausch. Arafat verließ die Verhandlungen ohne einen Gegenvorschlag zu machen.
Ariel Scharon ließ 2005 den Gazastreifen von allen jüdischen Siedlungen räumen. Hinterlassen hatte man die Gewächshäuser, in denen Gemüse, Obst und Blumen produziert wurden.
Hamas ließ diese von einem Mob zerstören und heute machen Einwohner von Gaza, die Israelis dafür verantwortlich, dass sie so wenig Gemüse und Obst konsumieren. Vor allem aber nützte Hamas die Räumung, um eine Basis für den Terror zu schaffen und Israel innerhalb der Waffenstillstandslinien von 1949 bis heute mit Raketen zu beschießen.
Omar al Rawi: “Der Schrecken des Holocaust ist das schlagende Argument in dieser Diskussion, schließlich nannte niemand Geringerer als Abba Eban die Grenzen von 1967 als die Grenzen von Auschwitz.”
Omar al Rawi vergisst: Die 1967 eroberten Gebiete (mit wenigen Ausnahmen) wurden nach dem Sieg der israelischen Armee im Juni 1967 den arabischen Staaten gegen Frieden angeboten. Die arabische Gipfelkonferenz in Khartum (Sudan) beschloss jedoch im August 1967: “Kein Frieden mit Israel, keine Verhandlungen mit Israel, keine Anerkennung Israels”. Erst danach wurde mit Siedlungsbau begonnen. Haben da nicht auch die arabischen Staaten eine Verantwortung?
Unter 1,5 Millionen Muslimen im Gazastreifen leben 3,000 Christen, die seit der Hamas Machtergreifung im Gazastreifen den islamistischen Druck verstärkt merken. In der Nacht zum 15. Mai 2008 ist eine Bombe vor einer christlichen Schule in Gaza explodiert. Im Oktober 2007 wurde der von Geburt an christlicher Buchhändler Rami Ayyad in Gaza erstochen und seine Leiche auf die Strasse geschmissen. Hamas hat zwar zugesichert, die Mörder fassen zu wollen, dies jedoch bis heute nicht getan. Bereits im April 2007 explodierten Bomben in der Stadt Gaza, die zwei Internetcafes und den christlichen Buchladen beschädigten. Die christlichen Kinder in der Schule werden als “ungläubig” beschimpft und viele Christen würden gerne in die West-Bank umsiedeln oder auswandern.
Juden durften bis zum Juni 1967 nicht die Klagemauer und die jüdische Altstadt in Jerusalem besuchen. Das jüdische Viertel das seit Jahrhunderten von Juden bewohnt war, wurde demoliert, jüdische Grabsteine zum Bau von Latrinen verwendet. Kein Jude durfte auf dem Gebiet Palästinas, das von Arabern verwaltet wurde, bleiben obwohl Juden immer im Heiligen Land lebten, lange bevor es überhaupt Muslime gab. Auf israelischer Seite erinnert man sich an diese Ausgrenzung von Juden und befürchtet, dass bei einer Teilung Jerusalems, die Sicherheit der in der Altstadt lebenden Juden nicht mehr gewährleistet wäre.
Wiedergutmachung darf man nicht nur von Israel fordern, sondern auch von den arabischen Staaten aus denen Juden geflüchtet bzw. vertrieben worden sind, hier steht Anspruch gegen Anspruch. Was aber die dunklen Seiten der Geschichte betrifft, da haben die Palästinenser wesentlich mehr nachzuholen als die israelische Zivilgesellschaft.
Es ist dieser Revanchismus, der dazu führt, dass zum Beispiel im Libanon geborene “Palästinenser” bis heute diskriminiert werden und keine Möglichkeit haben die Staatsbürgerschaft zu erhalten. Palästinensische “Flüchtlinge” wurden zu Zehntausenden aus dem Irak und Kuweit vertrieben, ohne dass es nennenswerte Solidaritätsdemonstrationen gegeben hätte. Ganz anders ist es, wenn es darum geht den jüdischen Staat zu dämonisieren.
Was Omar al Rawi vollkommen verdrängt: Amin al-Husaini, Großmufti von Jerusalem, war Adolf Hitlers arabischer Bundesgenosse. Er war eingeweiht in den Holocaust sowie daran in Wort und Tat beteiligt. Der Rede nach, indem er den religiösen und rassistischen Judenhass vermischt, den Jihad gegen die Alliierten gepredigt und gnadenlos Juden verfolgt hat. Und dies ungeachtet des ihm zweifelsfrei im Detail - man denke an den Besuch seiner Begleiter im Konzentraionslager Sachsenhausen 1942 - als auch im großen Ergebnis - er selbst nennt für den Sommer 1943 die ihm durch Himmler mitgeteilte Summe von “drei Millionen vernichteten Juden” - bekannten Holocausts.
Der Tat nach, indem er sich auch voll in die Dienste Berlins stellte und Muslime unter dem Hakenkreuz rekrutierte. Hätten die Nazis gesiegt, wäre er als arabischer Führer ihr williger Vollstrecker bei dem ihm durch Hitler für Nahost angezeigten Holocaust in Mittelost geworden. Der Massenmord an Juden in Europa im Weltkrieg war keineswegs allein “eine Sache des Westens”, sondern auch die des Großmuftis und ähnlich gesinnter Araber wie Iraks Expremier Rashid Ali al-Kailani. Wie auch die Erinnerungen des Großmuftis enthüllen, wussten beide darum. Dennoch schlossen sie in Berlin ihren Pakt mit den Nazis, ja beeinflussten deren Kurs in Europa und Nahost.
Verfasst von antiislam